Geschichte der Orgel

podesta_300dpi

Zur Geschichte der Orgeln im Kloster Dobbertin

Von der ältesten durch Belege nachgewiesenen Orgel des Klosters sind weder der Namen ihres Erbauers noch weitere Einzelheiten erhalten. Nach jüngsten Ergebnissen errichtete Johann Gade d. Ä., unterstützt von seinem Sohn (Johann Gade d. J.) und Christoph Dreises, „Tischler und Orgelbauer in Däterau“ (Teterow), wahrscheinlich unter Verwendung von Teilen der vorhandenen Orgel, ein neues Instrument, das am 21. August 1672 abgenommen wurde.

Die Disposition dieses Instruments ist erhalten. Finanziert wurde der Neubau im Wesentlichen durch Beiträge von Hans Friedrich von Lehsten, Landrat auf Wardow und Dölitz, sowie des Freiherrn Hans Wilhelm von Meerheim, zu dieser Zeit auch Provisor des Dobbertiner Klosters. Seine Frau war 1660 im Kloster bestattet worden und es war ausgemacht, „daß die Leiche daselbst Immerdar in Ihrer Ruhestätte Möge gelassen werden“. Ihre unterdessen aufgenommene Grabplatte steht heute im Kreuzgang des Klosters.

urkunde2

anno

Als Teil größerer Reparaturen errichtete Johann Schmidt 1747 eine neue Orgel über Altar und Kanzel. Es war seine erste Orgel und er musste eine beträchtliche Kaution als Sicherheit hinterlegen. Schmidt wartete sein Instrument bei jährlichen Besuchen weitere 20 Jahre und berichtete stolz :“..klinget sie anjetzo noch mahl so gut, als sie das erstemahl für gut erkandt und angenommen wurde…“

Als Teil der ab 1828 begonnenen größeren Umbauten der Kirche unter Demmler nach Plänen Schinkels wurde 1854 auch mit dem Orgelbauer Sauer über einen Orgelneubau verhandelt. Der Auftrag lautete über ein zweimanualiges Werk mit 22 Registern, gebaut wurde eine um ein Fernwerk ergänzte dreimanualige Orgel mit 28 Registern. Die Orgelweihe erfolgte am 11. Oktober 1857.

Das neue Instrument wurde nicht an die Stelle der Schmidt-Orgel gesetzt, die Teil des Altar- und Kanzelbaus an der Nordseite der Kirche gewesen war, sondern fand seinen Platz in einem eigens dafür errichteten Kreuzschiff. Die Orgelweihe erfolgte am 11. Oktober 1857. Nach dem von eintausend Teilnehmern besuchten Gottesdienst gab es am Nachmittag ein festliches Konzert für geladene Besucher.

zeitung teil1

 

Nachfolgend die Disposition der Sauerorgel:

zeitung teil2

Ein Teil der Orgel von Schmidt wurde in das nahe gelegene Mestlin überführt und dort als eigenständiges Instrument ausgebaut. Als Mestlin vor wenigen Jahren eine neue Orgel aus einer holländischen Partnergemeinde geschenkt bekam, wurden Teile der alten Dobbertiner Orgel in das Mecklenburgische Orgelmuseum in Malchow verbracht, wo sie heute zu besichtigen sind.

Der historische Orgelprospekt wurde von dem Architekten Thorman für die Orgel von 1857 konzipiert. Er enthält keine klingenden Pfeifen, steht jedoch unter Denkmalschutz und soll im Zusammenhang mit einem Neubau sorgfältig restauriert werden.

Ansicht Orgelprospekt

Diesem Instrument war kein langes Leben beschieden – 1893 errichtete die Orgelbaufirma Schlag & Söhne ein neues Werk. Nach 1945 wurde die Orgel „vollständig demoliert“. Reparaturen erfolgten durch die Firmen Nitschmann, Schuke und Nussbücker. Als Teil der Vorbereitungen zur Sanierung des Kircheninneren, einschließlich des Anbaus, in dem die Orgel steht, wurde sie 1990 abgebaut und eingelagert. Eine Bewertung ergab, „dass sich ein Wiederaufbau nicht lohnt und dem Raum nicht angemessen ist“.

Der 2013 gegründete „Freundeskreis Orgel – Klosterkirche Dobbertin e. V.“ hat sich zum Ziel gesetzt, Unterstützung für die Rekonstruktion der Orgel zu mobilisieren und sich nach Kräften daran zu beteiligen, die dafür erforderlichen Mittel aufzubringen. Diese Bemühungen unterstützen die Diakonie, die Kirchgemeinde, die Gemeindevertretung sowie der Kultur- und Heimatverein.

Diesem Ziel dient neben Sammlungen im Ort sowie in Aussicht genommenen Benefizkonzerten auch der Verkauf einer CD und einer Darstellung der Orgeln in der Klosterkirche: